Ich glaube grundsätzlich erstmal nicht, was mir irgendjemand erzählt. Freunde ausgenommen.
Nicht weil Menschen ständig lügen würden.
Sondern weil ich mein ganzes Leben hindurch immer wieder erfahren durfte, dass es nicht einmal um die berühmten zwei Seiten einer Münze geht- sondern dass oft nichtmal die Währung stimmt.
Genau darum geht auch es in der biblischen Geschichte vom Turmbau zu Babel.
Eigentlich.
Natürlich wurde auch hier die Geschichte verdreht und ein strafender, ängstlicher Gott hat seinen egozentrischen Auftritt- vor nichts fürchtet sich ein kleines, größenwahnsinniges Ego mehr als vor der Macht (S)eines Herzens.
Daher weiß ich auch aus tiefstem Herzen, dass es Gottes größte Freude ist, wenn wir uns ihm annähern und über uns hinauswachsen.
Und dass jedes Ego irgendwann kapituliert angesichts des Unausweichlichen.
Daher sehe ich diese Geschichte so:
Wenn die Menschen Frieden finden und Gott nahe sein wollen- ersetze Gott durch „Leben“, „Quelle“, „Liebe“ oder was auch immer sich für dich stimmig anfühlt- müssen sie eine gemeinsame Sprache sprechen.
Und benutzen.
Der Turm, ein gewaltiges Werk und symbolische Nähe zu Gott, kann nur entstehen, wenn Menschen an einem Strang ziehen.
Sich einig sind, worum es geht und was wichtig ist: die Sprache des Herzens sprechen.
Dann wird unmögliches möglich und wir wachsen über uns hinaus.
Auf Social Media kann man wunderbar beobachten, dass es aber seltenst um unsere gemeinsame Sprache und wirkliche Verbindung geht, sondern allenthalben um die Unterschiede zwischen uns und was alles falsch läuft, weil xyz es im Gegensatz zu uns verkehrt macht.
Um Gebrauchsanweisungen von lauter Menschen, die nicht einmal wissen, wozu sie ihr eigenes Leben am besten gebrauchen.
Nichts liebt der Verstand mehr, als die scheinbaren Fehler und Mängel anderer zu beleuchten und genauestens ins Visier zu nehmen- so bleibt er beständig erhalten, denn die Verfehlungen sind endlos und seine Expertise gefragt.
Doch selbst hier wie überall gibt es diese kostbaren Juwelen, die der kompromisslose Weg in die eigene Dunkelheit gelehrt hat:
Alle sind wir gleich.
Alle streben wir nach demselben.
Und ein jeder muss genau dort stehen, wo er steht und exakt diese Erfahrungen machen, um weiter zu werden, sonst wäre er woanders.
Denn Leben irrt nicht.
Und diese Menschen wählen, immer wieder aufs Neue, die Weisheit ihres Herzens statt Anprangern und Verurteilung.
Nennen die Dinge beim Namen, aber wissen, dass nur Blindheit jenen, die nicht sehen können und wollen, die Augen öffnen wird.
Und sie sehen:
Es ist gut.
Sie haben verstanden, dass sie die Antwort auf einfach alles sind.
Und dass Selbstverantwortung bedeutet, zutiefst zu verstehen, dass ich mir entweder schenke oder verwehre.
Ausnahmslos.
Ich werde dem Leben also sehr genau zuhören und meine Antwort mit Sorgfalt treffen- und mein Kompass wird Selbstachtung sein.
Die Ebene von Meinungen, Kritik, Verurteilung und Empörung wird mich nicht mehr interessieren, weil Menschen, die in Frieden sind, besseres zu tun haben.
Schönes in die Welt bringen zum Beispiel.
Jemandem ein Lächeln und eine Umarmung schenken.
Mit Bäumen flüstern und dem Regen weinen.
Nackte Zehen in Erde vergraben und Wurzeln schlagen.
Eine Insel sein für Gestrandete.
Und sehenden Augens mitten ins Leben laufen.
Innenseiter
💗
Bildhaftes und Bewegtes
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