….ist die Standardantwort hierzulande, wenn sich zwei Personen, insbesondere älteren Semesters, im örtlichen Supermarkt begegnen und ein „Schwätzchen“ halten.
Üblicherweise beginnt die Konversation mit dem nicht nur hierzulande üblichen „Und- wie geht’s?“, worauf dann besagte Antwort kommt- und dann werden nach außen hin betreten und innerlich genüßlich die neuesten Schreckensnachrichten beleuchtet.
„I hob morgens beim aufstean solche Schmeazn, des konnst da ned voarstelln!“
„Wirkli?? Wos is denn bei da los??“
„I hob… und da Doktor hot gsogt…“
„Naaaa geh! Des is ja schlimm is des….und jetz is ja o no d´Liesl gschtorm!“
„Wos?? Welche Liesl denn? Aba ned die Kagerer Liesl?!“
„Doch, eba… und woast wos?“ (Stimme wird verschwörerisch leise)
„Wos denn??“
….
„Na!“
„Doch! Wirkli!“
….

So oder ziemlich ähnlich laufen die meisten „Konversationen“ ab, und wenn ich die eine oder andere zwangsläufig mitbekomme, weil ich nebenher im Supermarkt jobbe, bis ich mich als nächster Picasso vor Aufträgen nicht mehr retten kann, schmunzle und entsetze ich mich gleichzeitig.
Weil- was witzig klingt und teilweise (für mich zumindest) gar einen Touch von Comedy hat, ist tatsächlich die Lebenseinstellung der meisten Menschen hier. Und zwar eines ganzen, nahezu gelebten Lebens.
Und nichts macht mir klarer, wo meine Prioritäten liegen und was Leben für mich bedeutet.

Allein schon die als allgemeingültig angesehene Vorstellung von „Komm du erst mal in mein Alter, dann….“ – als wär es vollkommen normal, dass uns unser Körper mit zunehmendem Alter im Stich läßt und wir hunderterlei Zipperleins und Gebrechen entwickeln, vom grade schwer im Trend liegenden Schreckgespenst der Menopause gar nicht zu reden.
Was man nicht alles dagegen unternehmen sollte- Pülverchen, Tinkturen, Pflästerchen, Spritzen etc pp.
Die simple Idee, dass ein Körper ganz logischerweise nach Jahrzehnten der Lieblosigkeit, des Funktionieren müssens, des Vollgestopft werdens mit allem möglichen Müll und keinerlei Bewegung ausser dem Gang zum Arzt oder zum einkaufen irgendwann den Warnblinker aufleuchten läßt, kommt dabei den wenigsten.
Als müsse er auch in der nächsten Lebenshälfte genauso duldsam alle unsere ungelebten und unterdrückten Emotionen, allen tief vergrabenen Schmerz, unsere idiotischen, übergestülpten und nie hinterfragten Glaubenssätze (er)tragen und dabei weiterhin -wenn überhaupt- reibungslos funktionieren.
Und den meisten Menschen ist das in keinster Weise bewusst.
Man erfüllt seine Pflicht als arbeitender Mensch im System, geht nach Jahren des ackerns – meist für jemandes anderen Träume oder Vorstellungen – in Rente und hat als letzten Wunsch, dass man nicht „am Ende“ dahinsiechen möge und anderen „zur Last fallen“.
Und damit man so ein „Leben“ einigermaßen erträgt, braucht man Alkohol.
Viel Alkohol.
Und viel Zigaretten.
Und viel….

Himmel Herrgott.
Wirkli??
Ja, wirklich.
Ich hab schon so viele Menschen kennengelernt, so viele Arten, sein Leben zu leben.
Aber Menschen, die glücklich sind, die strahlen, auch und besonders in der zweiten Lebenshälfte, die sich ein offenes Herz und ihr kindliches Staunen bewahrt haben, das die Welt zumeist lediglich mit einem verächtlichen „kindisch!“ abtut, die lieben, was sie tun und tun, was sie lieben, wenn auch vielleicht nicht immer, und sich den Sinn des Eigenen – ihren Eigensinn- gegen alle Widerstände bewahrt haben, die trifft man nicht besonders oft.
Die weinen, wenn ihnen nach weinen zumute ist und sich lieber mit der Schönheit eines Sonnenuntergangs befassen als damit, was die Nachbarn denken.
Was Menschen doch alles aus ihrem Leben machen, denkt es in mir so oft.
Da sind ebenjene Menschen, die ich fast täglich im Supermarkt erlebe, durch und durch bodenständig- und der ganze „Firlefanz“ , den man heutzutage oder auch schon immer auf Fb oder generell in Social Media liest und sieht, ist für die Leute hier einfach nur „spinnert“.
Und dann gibts Menschen, die sich mit Lichtcodes, Archonten, Reptilienmenschen und Aliens befassen, die sich als Kaffeetasse oder Armleuchter identifizieren oder als der wiederauferstandene Dschieses.
Dschieses Kreischt, what a life!

P.S.: ich fürchte, ich gehör zu den „Spinnerten“.
Aber verratet´s keinem.

Bild: was Pelli von all dem hält.

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