Es ist ein sonniger und frostiger Dezembermorgen, kurz vor Weihnachten.
Ich schlürfe meinen heißgeliebten, mit Zucker entweihten Jasmintee (dieses mutige Geständnis wird mich sicher Fans kosten ) und kaue lustlos auf einem Käsetoast.
Aber der Magen will was zu futtern haben- und ich bin gedanklich ganz woanders als bei liebevoller Nahrungszubereitung.
Beim erstellen von Vektorgrafiken nämlich, beim Sonnenlicht, das auf dem Bergkristall tanzt, was da grade so alles keimt in mir und gesehen werden will und bei der Wäsche, die ich rechtzeitig aufhängen sollte, damit ich morgen das „Weihnachts-Elfe im Dienst“-T-Shirt im Dienst tragen kann.
Es hat Glitzerflügelchen hinten drauf- nur deswegen zieh ich es an.
Ich schmunzle im Nachhinein über die Katzenkinder, die sich vorhin wie gefräßige Piranhas über die Reste vom Brathähnchen hergemacht haben, das Lean unbedingt zum Abendessen wollte.
Ein Geknurre und Gefauche, als ob der Hungertod kurz bevor stünde.

Unseren Adventskranz haben wir zweimal angezündet, das war’s.
Weihnachten ist mir grade sowas von schnurzpiepegal.
In mir ist es sowas von geheiligt, da kann ein Konsumwahn-Fest, bei dem alle durchdrehen und kaufen,kaufen,kaufen bis der Geldbeutel qualmt, nichtmal im entferntesten mithalten.
Meine Nächte sind still und heilig, manchmal auch rauh und meine (Alarm)Glöckchen bimmeln null Komma null.
All I want for Krischtmäs is wieder ä Bus, wo ein Bett reinpasst, zum campen at various amazing places.
Last Krischtmäs hab ich niemandem mein Herz gegeben und werd’s vermutlich auch sonst nicht tun- mein Herz gehört diesem Leben.
Voll und ganz.
Darum brauch ich mich auch nicht vor tears safen- die dürfen fließen, wie sie wollen und tun es oft und reichlich.
Inzwischen bei den lächerlichsten Anlässen:
beim einräumen von Dosenbohnen ins Supermarkt-Regal, die mich an die Dauer-Flatulenzen des alten Grantlers erinnern, der am Ende so sanft und offen war.
Wenn ein Mähdrescher vorbeifährt- so einer hat meinen PuruGuru auf dem Gewissen. Und es tut immer noch weh.
Eltern, die ihr Kind umarmen.
Ein Blatt, das im Wind tanzt.
Nebel, der aus dem Tal aufsteigt.
Pelli, der sich mit einem dumpfen Knall vor meine Füße fallen läßt, wenn er abgeschmust werden will.
Ein Musikvideo auf Spotify (My tears are becoming a sea, M83).

Aber nichts berührt mich mehr als Natur und ihre unbeschreibliche Schönheit- und Authentizität und Offenheit.
Die meisten Menschen stecken jedoch in einer Schallplatte mit Sprung fest und haben gar kein Interesse daran, neue Musik aufzulegen.
Oder können es schlicht nicht, weil ein wesentlicher Teil ihres Wesens den Sprung braucht, um seine Identität aufrechtzuerhalten.
So erging es mir gerade- und ich kann nicht behaupten, dass ich irgendwas bestimmtes gemacht hätte, um den Sprung in der Schüssel aufzudecken:
diese offenbaren sich von selbst, wenn wir lange genug aufmerksam und wertschätzend hinsehen.
Ich liebe, wie sich hernach alles neu ordnet und zusammensetzt.

Gegen die immer gleichen, abgestandenen und allgegenwärtigen Dumpfbacken-Phrasen hingegen bin ich mittlerweile hochallergisch- ein kurzer Blick ins Gesichtsbuch und schon bin ich wieder weg.
Die Rauhnächte mal wieder, klar, Jahresendrituale und Ziele fürs neue Jahr (schnarch), Narzissten (immer noch sind alle Narzissten außer uns), männliche Männer und weibliche Weiber (Halleluja), „heilige“ Zeremonien, um künstliche Bedeutsamkeit zu erzeugen (oh Kakao, der du bist mein Himmel, weck mich auf, denn ich penne…), grotesk verzerrte und aufgespritzte Duck-Faces, die von „Einheits-Bewusstsein“ und „Money-Mind-Set“ schwafeln, Selbstbeweihräucherung -deine Meister-Klarsicht durchleuchtet jede Dunkelheit, ja ne, is klar- endlose, komatöse Selbstbeobachtungen -mein Mond steht in Konjunktur zur Opposition des fünften Hauses der Drachen-Ära des Wassermanns, deshalb lösen schon geringste Wellen gefühlter Ablehnung eine Aktivierung meines generösen Manifestors und manifestierenden Generators aus, die zusammen mit den Frequenzen des gestörten Quadrators bewirken, dass die Licht-Codes in der Akasha-Chronik… ach, halt einfach die Schnauze.
Und am besten gleich und nicht erst last Krischtmäs.

So, das war mein Update- überhaupt nicht lichtvoll und hochschwingend und in ganz unterirdischen, statt überidischen Frequenzen aus der 5.ten Dimension.
Ich liebe es, Dreck aufzuwühlen (vermutlich Aszendent Wühlmaus und Krafttier Mistkäfer)- es gibt nichts schöneres, als die Klarheit danach.
Von mir aus drive ich dann auch home for Krischtmäs.

Jingle Bells.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert