Mir ist es so sch…egal, dass ich ein weibliches Wesen bin.
Hat mich nie gejuckt.
Wenn, dann höchstens in dem Sinne, dass es hinderlich ist aufgrund gewisser Einschränkungen.
Weiblich hier, feminin da – ich kann’s nicht mehr lesen.
Sobald zum Millionsten Male das Thema irgendwo aufploppt – weiblich/männlich, Frauen bla, Männer bla, bin ich längst woanders.
Gähnende Langeweile.
Als ob Mensch-sein nicht ausreichen würde.

Aus allem, wirklich allem, muss das Ego eine Identifikation zaubern.
Wir Frauen.
Wir Mütter.
Wir Männer.
Wir anders tickenden.
Wir Hochsensiblen.
Wir Spirituellen.
Wir Opfer von Narzissten, dem System, Ungerechtigkeit, der Gesellschaft, Schönheitsidealen, Patriarchat, Shedding, ignoranten Mitmenschen, liebloser Eltern, der Inflation, Männern, Frauen etc pp.
Bitte bitte eine andere Schallplatte.

Nicht falsch verstehen:
Wenn du als heilige Priesterin des Odin oder der Teletubbies mit Blumenkranz im Haar deine göttliche Weiblichkeit zelebrieren willst und deine Yoni mit einem Rosenquarz-Ei in lustvolle Ekstase versetzen- bitteschön.
Oder als ach so weise Schamanin mit dem Great Spirit bösen Geistern den Garaus machen- oder, ganz neu, dir vom geheimen Rat der Sieben Gartenzwerge ( oder warens Neun? 🤔) die spirituelle Ober-Herrschaft über „dein Land“ angeboten wurde, weil deine Weisheit und dein Durchblick die totale Unbewußtheit all der Dumpfbacken da draußen neutralisieren:
Nur zu.
Have fun.
Aber mach’s doch einfach für dich.
Nicht für die Öffentlichkeit.
Wenn du Dinge wirklich genießt, musst du sie nicht an die große Glocke hängen.
Dann bist du nämlich viel zu sehr damit beschäftigt, dein Leben zu genießen, statt kunstvoll deine unglaubliche Einzigartigkeit in Szene zu setzen und die Welt ununterbrochen wissen zu lassen, wie schlau und weise du doch bist.
Was tust du, wenn niemand zusieht?
Wie fühlt Leben sich an, wenn niemand da ist?
Wenn du nachts allein im Bett liegst?
Leben nicht so läuft, wie du’s gerne hättest?
Und wenn niemand dir applaudiert?

Und nein, das ist kein Aufruf, dich nicht (mehr) zu zeigen.
Sondern dich vielleicht mal so zu zeigen, wie du wirklich bist.
Was dir wirklich durch den Kopf, den Bauch und durchs Herz geht.
Glattgebügelte Priestresses of lust, die oh so juicy sind, dauerlächelnde golden goddesses mit aufgespritzten Lippen, duck-face und Lichtcodes, die auch DEIN Leben garantiert aus den Angeln heben und oh so mysteriöse Meisterinnen of whatever ( ich bin eine wilde Frau, die… MIR macht keiner mehr was vor! , ungezähmt, ich war schon immer ANDERS , fühlst du es auch?, go for it! , Schwingung! , energy, female leadership, one with nature, Ahnen, der Ruf deiner Seele/der Delphine/ des weißen Pferdes/ der Feen / des Ferraris, der auf dich wartet etc pp) stapeln sich auf Social Media und keiner mit etwas Grütze zwischen den Ohren kann das mehr hören.
Wie wunderbar, wenn man zwischendurch von echten Menschen liest, die sich zeigen, wie sie sind.
Die weder ungefragt „in deinem Feld lesen“, noch dich analysieren, noch irgendwas sind außer – Mensch.
Mensch, wie wunderbar.
Und manchmal begegnen sich zwei Menschen und fühlen sich voneinander angezogen.
Und dann verbringen sie eine kurze oder lange Weile miteinander.
Mit oder ohne Langweile.
And that’s it.
Wie schwer es doch für uns Menschen ist, einfach nur zu sein.
Und Sein zu lassen.
Ohne alles künstlich aufzubauschen oder zum Problem zu erklären.
Weil wir nicht sehen können, dass Leben und Mensch sein bereits das Maximum sind.
Und ein endloses, wunderschönes Mysterium, in dem wir so wunderbar sein können, wie wir möchten.
Als ob irgendwas das toppen könnte.
Als ob irgendwas das toppen könnte.

Innenseiter.

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