Das ist Renate.
Renate hat grade mitangesehen, wie ihre nervige, adipöse Lebensgefährtin Olga, die ihr stets das Futter geklaut hat, von einem gemeingefährlichen Killer-Habicht aus ihrem verfressenen Leben gerissen und verschleppt wurde.
Drauf geschissen, denkt sich Renate.
Buchstäblich.
Und macht sich genüsslich über die Maiskörner her, die sie nun endlich ganz langsam und in Ruhe aufpicken kann.
Sei wie Renate.
Und scheiss drauf.
Das ist natürlich ein Scherz. Renate scheißt sich durchaus was- allerdings nicht wegen Olga, sondern wegen dem Habicht. Deswegen hab ich ihr jetzt auch einen Anti-Habicht-Luftschutzbunker aus Bambus gebaut.
Direkt am Haus.
Da kann sie nun gemütlich ihren Mais knuspern.
Bis sie in vermutlich nicht allzu ferner Zukunft überfressen und kugelrund eines natürlichen Todes stirbt.
Oder der Marder kommt.
Worüber wir Zweibeiner uns allerdings was scheissen, das ist eine ganz andere Nummer.
Und da wär weniger so so oft so viel mehr.
Das aber fällt uns unglaublich schwer, weil wir halt einfach so schrecklich wichtig sind.
Die Welt muss gerettet, unsere Mitmenschen ganz dringend aufgeklärt und informiert werden und nebenher noch allerlei transformiert, geheilt und in höhere Schwingungen versetzt werden.
Ich plädiere nun nicht unbedingt dafür, dass wir einen Geisteszustand anstreben, in dem wir fröhlich Chips mampfen, wenn unser Partner ins Gras beißt.
Also es sei denn, wir haben ihn absichtlich um die Ecke gebracht, weil er zu laut geatmet oder gekaut hat.
Aber so ein bißchen mehr Renate wär irgendwie schon ganz ….nett.
Und soviel weniger anstrengend.
