Ja, wirklich.
Man glaubt es kaum.
Ich hab, wie die meisten, als Kind angefangen, zu malen.
Aber im Gegensatz zu den meisten nicht mehr damit aufgehört.
Zumindest nicht für immer.
Das lag vor allem daran, dass meine Mutter selbst Künstlerin war.
Unsere Brötchen hat sie zwar als Krankenschwester bzw. später Freizeit-Therapeutin verdient, aber es war ganz normal und üblich bei uns, dass sie daheim mit Radierpresse, Linoldrucken und überdimensionalen Leinwänden zugange war und auf diversen Vernissagen, Ausstellungen und Veranstaltungen mitmischte.
In späteren Jahren gehörte sie einer Gruppe wilder Weiber an, die sich „Grenzgängerinnen“ nannten.
Ihre abstrakte Kunst hing an so einigen Orten, darunter auch beim lokalen Zahnarzt.
Ich selbst hab das Malen, Bemalen und kreieren eine lange Zeit aus den Augen verloren, aber es war nie ganz verschwunden.
Dafür war die Liebe zu Farben und das, was da beständig aus mir heraussprudeln will, einfach zu groß.
Ich hab mich ein ziemlich langes Weilchen mit dem Drama meines Lebens befasst, was seltsamerweise zu immer noch mehr Drama geführt hat.
Bis es mir irgendwann zu langweilig wurde.
Erst wenn das letzte Tool gestestet, das Millionste Selbsthilfebuch gelesen, das Licht des x.ten selbstverliebten Gurus dich von widerwärtigen, niedrigen Schwingungen befreit und die 20 Jahre „Transformation“, „Manifestation“ und „Heilung“ darauf scheißen, dass du nun eigentlich transformiert, manifestört und geheilt sein solltest, dann kommst du schlußendlich womöglich darauf, dass da nie ein Problem war.
Und dann hast du endlich Zeit, das zu tun, weswegen du eigentlich hergekommen bist.
Heißer Tipp: es ist nicht rumflennen, jammern, sich in Schwere und Mühsal aalen und in Dauerschleife das ganze Problem-Kack-Szenario deiner Kindheit erneut zu kreieren, indem du dich permanent damit bzw dessen Lösung beschäftigst.
Das nur am Rande.
Zurück zum Bild.
Sieht schön aus, oder?
Aber nicht nach 40 Jahren Praxis.
Wenn ihr wüsstet!
In diesem Bild stecken 40 Jahre Farb-Experimente, verschiedenste Formen auf verschiedensten Oberflächen malen, Gefluche, Begeisterung, Total-Pannen, Wutanfälle vom feinsten, sich durch Jahre Praxis mit digitaler Malerei wurschteln, soviel Fokus auf das wesentliche, bis nurmehr das (für mich derzeit) Wesentliche übrigbleibt, unzählige, tiefste Begegnungen mit mir selbst, angefangen von meinem Einsiedler-Dasein in jener Stille, die ich zum kreieren brauche zum vermaledeiten Perfektionismus, der es mir so lange nicht erlaubt hat, völlig frei Farben, Formen und Linien zu malen- KRAKELIGE! Linien und pinkfarbene Vögel mit grünen Streifen- bis hin zu soviel Reduzierung, dass ganz wenig ganz viel sagt und dem Finden meiner ganz ureigenen Handschrift.
All das findet noch immer hinter der Bühne statt, tagtäglich aufs Neue, immer feiner, präziser und klarer werdend.
Was nicht passt, muss nicht mehr passend gemacht werden.
Kompromisse flüchten mittlerweile von selbst, keine Zeit mehr für Murks.
Endlos Zeit hab ich hingegen für das Mysterium unserer Existenz.
Und immer noch mehr:
Farben.
Bäume, Pflanzen, Tiere, Mond und Sterne.
Dunkelheit.
Und Liebe.
Liebe zu all diesen wunderbaren Dingen.
Gemalt.
Dieses spezielle Bild wird vermutlich noch über Tage hinweg einige Updates bekommen- jedes Bild ist ein kleiner Prozess, der manchmal Wochen oder gar Monate dauert.
Aber für jetzt ist es fein.
Und du findest es nebst so einigen anderen in meinem Shop.
DANKE, dass du mich ein Stückchen begleitest und in meine Welt eintauchst.
Das bedeutet mir die Welt.
Auch wenn ich 40 Jahre gebraucht hab, um das festzustellen.
Aber besser spät als nie.
✨
