…lautet der Titel eines gemeinläufigen Buches über Kinderentwicklung.
Ich schreib den Titel mal eben um in: Juhu, ich wachse!
Wobei es sich, wenn ich ganz genau sein müsste, mehr nach: Es ist finally genug Platz da, um ganz ich selbst zu sein.
So, wie ich immer schon war- unter den tausend Schichten von hinderlichen Programmierungen und abstrusen Vorstellungen.
War die erste Lebenshälfte noch geprägt von einer Identität, deren Hauptanliegen das Auflösen von Trauma, ständige Selbstbeobachtung und das Kreisen um sich selbst war, habe ich unlängst festgestellt, dass ich langsam, aber stetig in einen Seinszustand transmutiert bin, in dem mir das alles mehr oder weniger vollkommen wurscht ist.
Ich hab noch nie das Bedürfnis verspürt, meine momentane innere Befindlichkeit genauestens beschreiben und anderen mitteilen zu müssen- und dachte deswegen immer wieder mal, dass mit mir womöglich was nicht stimmt.

Aber für mich war dies immer in etwa dem äußeren Wetter gleichzusetzen: mal regnets, mal stürmts, mal scheint die Sonne.
And that’s it.
Demzufolge waren derlei Beschreibungen anderer für mich meistens in etwa genauso interessant, wie wenn jemand stundenlang die aktuellen Wettererscheinungen beschreiben würde:
Ich bin in der Zwischenzeit lieber draußen und geh im Regen spazieren.

Das einzig relevante: Allgemeingültiges, Psychologische Zusammenhänge, die für jeden Menschen gelten und immer gleich sind. Kosmische Gesetze. Ausdehnung. Sich weiten (lassen).
Ich denke da an das Märchen vom Baum- und der Satz formt sich in mir:
Wenn man sich in Ruhe gedeihen läßt, wächst man unvermeidlich über sich selbst hinaus.
Irgendwann dreht man sich von ganz von selbst nicht mehr um die zahllosen Wünsche und Begehrlichkeiten des Ichs, seine Dramen und Hoffnungen und Ziele und Sehnsüchte.
Es wird schlicht fad, Leben auf die eigenen Befindlichkeiten und Empfindlichkeiten zu reduzieren- es ist so endlos viel größer als das.
Und natürlich geht es nicht darum, dass alles das nicht vollkommen in Ordnung, in der Ordnung, wäre.
Nur formt sich die Ordnung beständig neu- wenn man sie läßt.
Sie dehnt sich aus, wird weiter und größer und weiter und größer.
Und wir mit ihr.
Was wir gestern angeblich noch brauchten, ist heute überholt- wir sind darüber hinausgewachsen.
Weil wir es erlebt, gelebt und integriert haben.
Oder weil sich die Hoffnung auf was auch immer -zum Glück- nicht erfüllt hat- und genau das hat den nervenzermürbenden Zustand des ständigen Hoffens und Wartens überflüssig gemacht.
Hoffnung macht innerer Ruhe und einer Gleichgültigkeit Platz, im der alles die gleiche Gültigkeit haben darf, aber nicht egal ist.
Statt zu hoffen und zu wünschen, ist frau klar.
Schmerz, Angst, Wut- alles, was uns dereinst komplett aus der Bahn geworfen hat, ist einfach… da.
Mehr nicht.
Wir betrachten sie mit Güte und Wohlwollen- und gehen daran vorbei.
Und wenn der Weg mitten hindurch führt, nehmen wir ein paar tiefe Atemzüge und breiten unsere Arme auf:
Hier bin ich.
Ich bin DA.
Ich habe Raum für alles- aber wähle ruhig und klar den einzigen Weg, den es genau jetzt für mich gibt.
Mögen andere vorgegebenen Pfaden folgen oder sich in hunderterlei Abzweigungen verlieren:
Das Leben, das ich bin, IST der Weg.
Folge mir nicht.

Innenseiter.

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