Vielleicht auch von was ganz anderem.
Von gefriergetrockneten Erdbeeren, die ich grade zum Frühstück vertilge und die so sauer sind, dass es mir alles zusammenzieht.
Oder vom herrlich belebenden Regen der letzten Nacht, der die umliegenden Hügel und Wälder in geheimnisvolle Nebelschwaden hüllt, so dass ich mir vorkomme wie mitten in einem Mystery-Movie.
Womöglich aber auch von unserer gesamten, fucking atemberaubenden und unglaublichen Existenz, die wir immer wieder und standardmäßig auf Zukunftsvorsorge, Ziel-Erreichung oder Problem-Beseitigung reduzieren.
Meist alles drei in Kombination.
Und ich nehme mich da null aus.

Was haben wir nicht alles für gequirlte Scheisse zu hören bekommen, unser Leben lang.
Das geht nicht, Das kannst du nicht, Wo kämen wir hin, Ja glaubst du, die ganze Welt wartet nur auf dich??, Wenn jeder so denken/tun würde, Bild dir bloß nichts ein, Das interessiert niemanden, Von nichts kommt nichts, Du bist ….

Blablabla.

Und das zieht sich durch alle Ebenen unseres Daseins.
Grade merke ich es so sehr an meinem langsam wachsenden „Business“- ein doofes Wort, das ich nicht ausstehen kann, aber mir fällt grade kein anderes ein. Weil mein Leben kein „Business“ ist- höchstens in dem Sinne, dass ich busy beschäftigt mit leben bin.
Früher dachte ich, Künstler sein bedeutet, ich mal halt paar Bilder, die verkaufen sich – oder auch nicht- und dann bin ich ein Künstler.
Das denke ich grundsätzlich immer noch.
Und dass grundsätzlich überhaupt jeder ein Künstler ist.
Auch wenn die ureigene Kunstfertigkeit vieler noch ihrer Entdeckung harrt.
Erschaff was: du bist Künstler.
Schreib was: du bist Autor.
Fertig.
Das hat aber gar nichts damit zu tun, was du innen drinnen bist.
Was für eine Entscheidung sich in dir getroffen hat.
Und was da alles dranhängt.

Und ich rede jetzt nicht von den üblichen 99% Kopf-Entscheidungen:
Mach ich jetzt halt mal das, mal sehen, ob’s „klappt“.
Oder vom üblichen „Herzensbusiness“- Geschwafel.
Sondern von dem, was übrig bleibt, wenn du dich zum 100sten oder 1000sten Mal gehäutet hast, Leben dich geschält hat wie eine Zwiebel, du mit soviel Druck zusammengepresst und verdichtet wurdest, dass aus einem Haufen bröckeligen, schwarzen Kohlenstoffs ein kleiner, glitzernder Diamant enstanden ist.
Das passiert nicht einigen von uns, sondern jedem.
Bloß ist Leben für die meisten die Vermeidung dieses natürlichen Prozesses.
Weil angenehm anders ist.

Menschen sehen womöglich nur: Oha, nun macht sie „auf ernst“ mit ihrer Kunscht.
Für mich hingegen hat sich unendlich viel angespielt und tut es noch:
Niemand sieht diesen Moment absoluter Klarheit, wo du endlich begriffen hast: Das mache ich. Weil das das ist, was übrigbleibt, wenn alles andere wegfällt.
Weil ich es liebe.
Weil ich es selbst im Schlaf noch mache.
Und weil es ohne Unterlass aus mir heraussprudelt.

Niemand sieht all die Stunden, Tage, Wochen, Monate und Jahre des kreierens, die dazu geführt haben, dass du kannst, was du kannst, nichtmal du selbst.
Aber plötzlich realisierst du: Moment mal- das geht ja ganz leicht. Früher….
Früher war ich damit beschäftigt, jemand anderes zu sein, als die, als die ich mich erdacht habe.
Betriebsblind und so.
Heute merke ich glasklar: keine Zeit mehr für so einen Shit.
Und keinen Bock.
Und ich hab auch null Zeit mehr für Menschen, die einfach nur überall ihre unmaßgebliche Meinung auskotzen müssen, weil sie keinen Bock haben, ihre Meinung über sich selbst anzuzweifeln- was wesentlich schwieriger ist, als andere zu bewerten.

Ihr ahnt ja gar nicht, was es alles anzuschauen gibt, wenn sich innerlich so eine Entscheidung formt- und die endlos vielen Dinge, die ich in knapp einem Jahr seither gelernt hab und weiterhin lerne.
Früher war für mich gefühlt alles getrennt:
Was ich tue, womit ich mein Geld verdiene, die Welt um mich herum, Beziehungen, ich selbst.
Natürlich sind wir alle ganz schlau und wissen – spätestens seit gefühlt jeder 2.te ein Coach, Guru, Master oder „Healer“ ist- dass dem nicht so ist, so wie wir generell so schlau wie nie zuvor sind, dank spirituhellem Dauergeschwafel allerorten, Human Design, Dschieses-Bewusstsein, Lichtcodes, erleuchteter Master, die uns in ihrer liebevollen Güte für 20k den Weg weisen, etc pp.
Und trotzdem sind wir noch genauso unwissend und betriebsblind wie eh und je, wenn es um uns selbst geht.
Und das ist gut so, weil der Weg erst hell wird, wenn du ihn gehst. Und zwar deinen. Nicht den vom selbsternannten Guru Nr. 1.000.000.000.000.
Heute fühle ich zutiefst, dass alles dasselbe ist:
Was ich tue, womit ich mein Geld verdiene, die Welt um mich herum, Beziehungen, ich selbst.
ICH BIN das.

Du siehst vielleicht nur ein neues Bild, das ich poste, ein neues Projekt, das ich erschaffen hab oder einen Beitrag über… saure, gefriergetrocknete Erdbeeren, Nebel über der Buckligen Welt und das Leben als Künstler mit oder ohne Brot.
Aber das Universum dahinter…. oh dieses Universum!

Thanks for creating me.

Innenseiter

🐚

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert