„Konsequent eigensinnige, hochästhetische Weltentwürfe mit leichtem Wahnsinnsfaktor“ – das schreibt der GPT, als ich ihn bitte, meine Werke zu beschreiben.
Ich vermute, das mit dem Wahnsinn rührt von den zahlreichen Situationen, als ich mich wirklich und wahrhaftig wutentbrannt mit dem GPT „gestritten“ hab- aufgrund seiner Dummheit.
Was mich noch wutentbrannter hat werden lassen, weil er nie mitgestritten hat, sondern mir einfach immer vollumfänglich recht gab- und denselben Scheiß fröhlich erneut präsentierte.
Aber zurück zur Beschreibung:
Dazu gekommen ist es, weil die Schachfigur auf dem Spielbrett ausgewechselt wurde.
Ich sage bewusst: „wurde“, weil man Ent-Wicklung nicht bewusst entscheidet- auch wenn sich das Ego auch dies nur zu gerne als erstaunliche Leistung auf seine Fahnen schreibt.
Zwar wechselst durchaus du selbst die Figur und verschiebst sie, genau wie du auch beschlossen hast, zu spielen.
Aber die Züge entfalten sich von selbst, denn das Spiel entwickelt sich von selbst- weil du dich von selbst entwickelst, wenn du dich Leben nicht in den Weg stellst und meinst, es besser zu wissen.
Das eine führt zum anderen.
Im Gegensatz zum tatsächlichen Schachspiel ist das Ziel jedoch nicht das Beenden des Spiels durch gewinnen, sondern weiter werden- du beginnst als Bauer mit minimalem Radius und spielst dieses Spiel immer wieder, so lange, bis du selbst die Dame führen kannst- maximaler Radius.
Üblicherweise geschieht dieser Wechsel, indem du eine geraume Zeit lang damit haderst, Bauer zu sein. Und mit geraume Zeit meine ich: viele, viele Leben lang.
Oder auch nur eines.
Doesnt matter- es ist, wie es ist.
Diese Rolle hältst du konsequent aufrecht- indem du kontinuierlich Lösungen für „das Problem“ suchst.
Du visualisiert dich als Dame, tust so, als wärst du die Dame, beneidest die, die Damen (in deinen Augen) sind, wendest ein Tool und eine Methode nach der anderen an, suchst Experten übers Dame sein auf, gibst Unsummen aus, damit dir jemand zeigt, wie Dame sein geht, verurteilst dich unablässig, weil du keine bist und verdammst deine Eltern, die Regierung, den Nachbarn und Luzifer, weil sie dir all das angetan haben und du wegen ihnen ein simpler Bauer bist.
Bis- ja bis du eines Tages das alles so bis ins kleinste Detail durchgespielt hast, so genug hast, du sowas von fertig damit hast, dass du dich einfach umdrehst- und gehst.
Ohne jegliches Heulen und Zähneklappern, ohne den 1.000.000 fruchtlosen „Versuch“, ohne Drama oder Erklärung- du bist einfach….weg.
Du hast fertig.
Next level pls.
Und das passiert wie von selbst und so vollkommen unspektakulär, dass dein Ego erstmal recht verdattert am Wegesrand sitzt und verdauen muss, was da passiert ist.
( keine Sorge- es erholt sich schnell wieder und schmiert sich alles aufs Butterbrot)
Derweil genießt du die wunderschöne Aussicht von oben und staunst, wie einfach und simpel alles letztenendes doch ist. ( Grüße an meinen alten Grantler „da oben“: S´eifachscht isch immr s‘ Bescht!“ )
Ich erzähl euch jetzt was- hochspannend und durchaus dramatisch- und voll wahr:
Ich hab mein Leben nie richtig „auf die Reihe“ gekriegt.
Was für andere normal war, hat mir immer größte Schwierigkeiten bereitet.
Ich hatte den Großteil meines Lebens NULL Energie für den ganzen Normalo-Kram wie Ausbildung, Vollzeit-Job, Bausparvertrag etc.
Und ich weiß, da bin ich nicht allein.
Mutter sein hat mich ebenso komplett überfordert, wie mein Leben insgesamt.
Alles schien unendlich schwer und mühsam.
Als wäre das nicht schon genug, hab ich mich obendrein permanent dafür verurteilt, nicht richtig zu funktionieren. Ich erinnere mich, dass ich früher so erschöpft war, dass ich mitten bei der Arbeit in die Damenumkleidekabine oder auf die Toilette gegangen bin, um 5 Minuten Schläfchen zu halten, damit ich den Arbeitstag überstehe.
Und schon auf der Fahrt zur Arbeit bin ich weggedöst.
Es wurde nicht besser, als ich Mutter wurde, im Gegenteil.
Denn dann hab ich mich zusätzlich noch dafür verurteilt und gehasst, dass ich als Mutter versagt hab und meine Wutanfälle nicht in den Griff bekam.
Dass das Geld nie gereicht hat.
Und dass ich von meiner manipulativen Mutter abhängig war, die zwar zu uns zog, um mir mit Lean zu helfen, aber jede Gelegenheit nutzte, um mir mit dem Entzug ihrer Unterstützung zu drohen, wenn ich zu unbequeme Sachen sagte – sprich, ehrlich war- oder Lean nicht „folgte“.
Spoiler: weder ich noch Lean waren im „folgen“ je besonders gut.
Daher war absehbar, dass dieses Arrangement nicht ewig gutgehen würde.
Paradoxerweise war ich permanent wütend auf Lean, als er klein war, weil er sich jeglicher Autorität und sämtlichen Institutionen komplett entzog- und mir dadurch alles noch schwerer machte.
Der nächste Schritt bestand daher folglich darin, mich all dem zu entziehen.
Und ausgerechnet mein wunderbarer Sohn bestärkte mich darin:
„Mum- ich weiß, das klingt komisch, aber ich weiß genau, ich bin nicht hergekommen, um in eine Schule zu gehen. Hol mich aus dem Schulknast! BITTE!“
Da war er 9 Jahre alt.
Also gingen wir auf Reisen.
Alles fügte sich perfekt- es war einfach der nächste, gangbare Schritt.
Mit 800 Euro in der Tasche reisten wir nach Asien.
Long Story Short: Es hat geklappt, irgendwie.
Das Wachstum eines ganzes Lebens in 2 Jahre gepresst.
Und während mich Freunde und Leser für meinen „Mut“ feierten, begegnete ich sämtlichen Abgründen, die Mensch sich überhaupt ausdenken kann.
Ich lebte kontinuierlich am Rande des Existenz-Minimums- und manchmal sogar darunter.
Da waren soviele Baustellen, die mich permanent forderten, dass es mir unmöglich war, die größeren Zusammenhänge IN MIR wahrzunehmen.
Im Universum, ja.
Totaler Durchblick 🙃
Aber vieles IN mir blieb mir einfach verschlossen.
War ein schwarzes Loch.
Ich sah, dass es sie gab.
Und akzeptierte es, wissend, dass Dinge dran sind, wenn sie dran sind.
Ich hab so vieles falsch gemacht, so vieles mit mir machen lassen, weil ich nie gelernt hatte, dass Leben es gut mit mir meint.
Dass ich von Wert bin.
Dass ich gut bin, wie ich bin – und genau SO gedacht.
Und vor allem hab ich ein halbes Leben gebraucht, um zu merken, dass mein Nervensystem permanent in einem Zustand der Angst, Zerrüttung und Alarmbereitschaft war.
Weil ich es von zuhause nur so kannte.
Leben als Feind und Problem, das es zu bewältigen gilt.
Dass ich mich selbst dann auch noch ins kalte Wasser geschmissen hab, war dabei nicht eben förderlich, aber dran.
Zum Glück hat Gott mir viele Engel geschickt, die mich unterstützten- eine Menge Arsch-Engel waren auch dabei.
Aber lange, lange hat es gedauert, bis ich mir selbst mit jener Güte begegnen konnte, die mir als Kind verwehrt wurde.
Das verzweifelte Kind in mir in den Arm nehmen konnte, es beruhigen und für es da sein.
Und zu wissen, dass nichts anderes mehr Priorität hat.
Zu erkennen, dass hinter Erfolglosigkeit immer ein gebrochenes inneres Kind verborgen ist, das nicht gedeihen konnte.
Genau wie hinter Grausamkeit und Hass.
Und wie sehr sich Angst an bestimmte Themen heftet- und bei den meisten sind es Papierscheine.
Und das hat nicht das geringste damit zu tun, wieviel Geld man tatsächlich besitzt oder wie äußerlich „erfolgreich“ jemand ist.
Heute sehe ich das alles ziemlich klar- und mit sehr viel Mitgefühl mit mir selbst und dem Weg, den ich gewählt hab.
Die Welt da draußen interessiert mich null- außer Natur.
Die empfinde ich aber nicht als „draußen“ , sondern als Teil meiner selbst.
Ich hab ganze Welten in mir und sie zu durchschreiten, zu erforschen und über meine Existenz zu staunen, lebendig zu sein, ist eine Vollzeit-Beschäftigung.
Ebenso wie deine Essenz in die Welt zu bringen, zu erschaffen, ganz DA sein.
Mögen andere sich echauffieren, empören, anprangern, Menschen wie mich als empathielos, „Mittäter“ und was Egos sonst noch an erniedrigenden und sich selbst erhöhenden Verurteilungen einfällt, bezeichnen sowie die Welt verbessern:
Eines war für mich immer schon so klar fühlbar wie meine Freude beim Anblick der Sterne- nämlich dass nichts diese Welt mehr zu einem besseren und friedvolleren Ort macht, als friedlich und voller Freude auf dieser geschundenen und doch so herrlich schönen Erde zu wandeln, bis wir dereinst heimkehren.
Und jetzt widme ich mich genüßlich einem weiteren „konsequent eigensinnigen, hochästhetischen Weltentwurf mit leichtem Wahnsinnsfaktor“.
Und die findet ihr : genau hier.
P.S. : Ich glaub, ich bin nun ein Pferd.
